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The Trouble With Bluetooth

Copyright Bragi LLC

By on 19. März 2016

In den letzten Jahren habe ich versucht, gerissenen, störenden, und behindernden Kabeln aus dem Weg zu gehen. Speziell Kopfhörern sind mir ein tägliches Übel gewesen.

Nachdem ich mir innerhalb von 2 Monaten vier Kopfhörerkabel abgerissen hatte, war es genug. eine Alternative musste her. Ein Kopfhörer mit Freisprechfunktionen und Bluetooth.

Mangels brauchbaren Alternativen fiel meine Wahl auf den Sennheiser MM550. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sennheiser zwei Modelle auf dem Markt. Den MM450 und 550. Der MM450 war etwas kleiner und verfügte nicht über aktives Noise-Cancelling. Letztendlich sass er mir nicht gut genug auf dem Kopf, weshalb ich mich für den grösseren und teueren MM550 entschied.

The-Trouble-With-Bluetooth_Sennheiser

Der Kopfhörer selbst sitzt bequem über den Ohren, verfügt über Ambient Pass-Through, Mikrofon, Fernbedienung, Active-Noise Cancelling und kann auch per Kabel verbunden werden.

Der Akku hält ca. 4 Stunden ohne Noise-Cancelling und 3 mit. Zum Aufladen kann er sogar entfernt werden, was es ermöglicht, auf Langstreckenflügen sogar mit zwei Akkus zu arbeiten, wenn man denn den Clip zum einrasten einzel kaufen könnte.

Das Noise-Cancelling selbst ist ausreichend für Züge und Autos, im Flugzeug stösst es schnell an seine Grenzen. Hier arbeiten meine Bose QC25 deutlich besser. Sehr viel besser.

Aber hier soll es ja um Bluetooth gehen. In Gebäuden Fahrzeugen und sonstigen geschlossenen Umgebungen mit wenig Störfrequenzen arbeiten die Kopfhörer absolut fehlerfrei. Die Reichweite beträgt gute 10m und es ist egal, ob ich das Telefon in der Hosen-, Jackentasche oder meinem Koffer habe.

In der Stadt und speziell in der Nähe von Oberleitungen oder einem Bahnhof oder Flughafen sieht das dann ganz anders aus. Hier kommt es ständig zu Unterbrechungen der Musik oder sogar zum vollständigen Verlust der Koppelung.

The-Trouble-With-Bluetooth_Plantronics

Da mir die Sennheiser zwischendurch zu gross waren und vor allem im Sommer schnell zu schwitzenden Ohren führen, entschloss ich mich für etwas kleineres. Preislich waren die Plantronics Go sehr attraktiv. Was ich später merkte, war, dass diese vom Chinesischen OEM Hersteller noch günstigen gewesen wären.

Empfehlen kann ich allerdings keine der beiden Varianten. Diese In-Ear Kopfhörer sind, aus meinen Augen, eine undurchdachte Fehlkonstruktion. Auch wenn, auf den ersten Blick, alles sinnvoll scheint. Das flache Kabel verhindert ein Verknoten, unterbindet aber auch die notwendige Flexibilität beim tragen, wodurch die Oh-Stecker sich oft im Ohr verdrehen und lockern. Letztendlich bin ich ständig damit beschäftigt, den Sitz zu korrigieren, damit mir nicht beide Seite aus den Ohren fallen.

Die Fernbedienung funktioniert, anders, als bei allen anderen Kopfhörern in meinem Besitz und erlaub kein Skip zum nächsten Titel. Zweimaliges drücken öffnet gleich Siri oder aktiviert die Wahlwiederholung. Beides ist nicht das, was ich erwarte.

Das Musikverhalten ist allerdings gleich zu den Sennheiser. In Gebäuden, Fahrzeugen und geschlossenene Räumen gibt es tadellosen Emfang, wenn auch mit schlechterer Audioqualität und weniger Reichweite. Draussen regelmässige Unterbrechungen sobald viele Störsignale auftreten.

The-Trouble-With-Bluetooth_The-Dash

Vor etwa einem Monat kamen meine Bragi The Dash an. Preislich lagen diese zwischen Sennheiser und Planttronics. Im Klang näher an den Sennheiser, und für In-Ear Kopfhörer auf einem recht hohen Niveau. Der Sitz ist deutlich besser als, bei Plantronics und mir ist bisher noch kein Teil aus den Ohren gefallen. Der Akku hält hier ca. 3 Stunden. Die Transporthülle verfügt über einen weiteren 2’800 mAh Akku, um die Kopfhörer unterwegs aufzuladen. Es gibt kein aktives Noise-Cancelling aber ein Ambient Pass-Through.

Auch hier wieder. In Gebäuden, Fahrzeugen und geschlossenen Räumen keine Empfangsprobleme. Draussen in der Nähe von Störsignalen Unterbrechungen und Verbindungsabbrüche. Die Reichweite ist, konstruktionsbedingt unter 10m. Dazu kommt noch die Abschirmung, durch den Kopf. Da sich beim Tragen alle Antennen in oder nahe an den Ohren befinden variiert die Reichweite je nach Position des Telefons im Verhältnis zum rechten Ohr. Dort sitzt der Bluetooth Empfänger.

Bin ich mit den Produkten zufrieden? JA! … ausser mit dem Plantroinics.

Aktuell sehe ich wenig bessere Alternativen, ausser bei Kabeln zu bleiben. Das Problem scheint mehr das Bluetooth Protocol oder zumindest das recht überfüllte 2.4GHz Frequenzband zu sein. Es wird wohl einen berechtigen Grund geben, warum die WiFi Standards seit ein paar Jahren auf 5GHz gewechselt sind.

2.4Ghz wird von alle und jedem benutzt. Die Frequenzen und Signale überlagern sich und der stärkere Sender stört alle anderen. Je mehr Sender in der Nähe sind, desto stärker werden die Störungen. Kann ich dem Produkt die Schuld dafür geben? Nur sehr begrenzt.

Grössere Antennen benötigen mehr Platz, stärkere Sender und Empfänger mehr Energie. Am, Ende soll das ganze noch gefällig aussehen, klein und leicht sein und darf nichts kosten. All das in einem Produkt ist aktuell noch nicht machbar.



One comment on “The Trouble With Bluetooth

  1. Ich benutze seit letzten Dez die Earin Variante die ähnlich zu Bragi funktioniert und auch die gleichen Symptome aufweist. Momentan bleibe ich bei diesen, weil ich hauptsächlich ausserhalb der Stadt unterwegs bin.
    Danke für deinen ausführlichen Bericht.

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