Bindermichi

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Angefahren: Jaguar XF Prestige 2.0d

2016 Jaguar XF - Copyright: Jaguar

By on 6. Mai 2016

MOTOR Automatik
Hubraum (cm³) 1999
Maximale Leistung in kW (PS) 132 (180)
Maximales Drehmoment in Nm / m.kg 430
Kraftstoffart Diesel (CZ 51)
VERBRAUCH (l/100km)
innerorts (l/100km) 5.2
außerorts (l/100km) 3.8
kombiniert (l/100km) 4.3
CO²-Emission (g/km) 114
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 229
0-10 (Sek.) 8.1

Im zweiten Anlauf klappt es manchmal einfach besser. Nachdem vor einer Weile meine Probefahrt mit dem neuen Jaguar XF abgesagt wurde, und ich seit dem auf einen neuen Termin gewartet habe, bot sich heute die spontane Gelegenheit, diese unangemeldet nachzuholen.

Spontan war natürlich weder ein 3.0d noch ein S verfügbar, also mal was anderes probieren. Den 2 Liter Ingenium Diesel.

Die offiziellen Verbrauchswerte (siehe Tabelle oben) sehen sehr gut aus und auch der CO² Ausstoss klingt gut. Auf meiner kurzen fahrt viel der Motor allerdings meist eher wegen seiner Geräuschentwicklung auf. Der Lärm, den dieser Motor verbreitet passt leider überhaupt nicht zu einer Reiselimousine, da er bereits bei Drehzahlen über 2000 U/min deutlich hörbar ist. Trotz der 8-Gang Automatik klingt das Aggregat beim Beschleunigen oft überanstrengt, auch wenn die 180PS und 430Nm völlig ausreichend für die Fahrzeuggrösse sein müssten.

Wenn wir schon bei unerträglichem Lärm sind. Der Wagen stand ein wenig in der Frühlingssonne. Beim Einschalten war die Klimaautomatik deshalb bemüht schnell eine angenehme Temperatur im Innenraum zu erzeugen. Das finde ich ja prinzipiell sehr gut, wenn dabei nicht ein Ohrenbetäubender Pfeifton durch die Lüftungsschlitze dringen würde. Dieser liess zum Glück nach, nachdem ich die Temperatur von 19° etwas heraufsetzte und der Innenraum ausreichend gekühlt war. Aber nach 15 Minuten später lieferte die Lüftung (auf AUTO) immer noch die Geräuschkulisse eines Ubahntunnels.

Der Versuch, das Geräusch mittel Radio zu übertönen scheiterte an der serienmässigen Soundanlage, welche für sich schon ein guter Grund ist, das Meridian Upgrade zu erwerben. Also das Radio wieder aus.

Konzentrieren wir uns auf das Fahren. Hier macht der 4.95m lange XF eine sehr gute Figur. Wendig geht es durch die Stadt, enge Kurven, Auf- und Abfahrten. Die Lenkung ist dabei präzise und die Sicht nach vorne und zur Seite ist sehr gut. Nach hinten eher weniger. Aber dort gibt es immerhin eine Kamera um richtig einzuparken, wenn man das nicht der Automaten überlassen will. Negativ fällt nur die recht harte Federung auf. Diese verfügt zwar über diverse Programme, bequemer wird aber keines.

Der Innenraum ist sportlich Elegant gestaltet und sorgt für eine gute Sitzposition. Alle Knöpfe und Schalter sind gut erreichbar und das 8″ Infotainment System reagiert schnell auf Eingaben. Die Anzeige der erlaubten Höchstgeschwindigkeit stimmt fast immer. Nur einmal zeigt diese 120km statt der erlaubten 60 an. Dies aber hartnäckig bis zum übernächsten Schild, auf dem dann 50km stand.

Die Verarbeitung der Materialien ist auf den ersten Blick gut. Währen der Fahrt fällt die Mittelkonsole aber durch regelmässiges Quietschen auf. Scheinbar haben die Seitenwand und die Oberseite zu viel spiel und reiben auf holpriger Strasse, bei leichtem Druck aneinander. Die Türgriffe an der Innenseite, bestehen, wie schon beim Jaguar XE aus Griffmulden aus, billig wirkendem, Plastik, was der Gesamtanmutung des Innenraums widerspricht. Ein paar richtige Griffe hätten hier nicht geschadet.

Für jemanden, der sich ehrlich gesagt auf den neuen XF gefreut hatte, muss ich zugeben: Ich war etwas enttäuscht.

Gut, der Motor war nicht in meiner engeren Wahl, aber jetzt weiss ich auch warum. Gleiches gilt für die Soundanlage der Serienausstattung (klingt fürchterlich). Über den Komfort des Fahrwerks lässt sich streiten. Allerdings ist die Prestige Ausstattungslinie mit 17″ Felgen ausgerüstet. Daher wird es mit grösseren Felgen tendenziell eher noch unbequemer. Letztendlich sind es die Kleinigkeiten, die einem Fahrzeug dieser Preisklasse nicht würdig sind. Die Pfeifende Lüftung und die quietschende Mittelkonsole.



2 comments on “Angefahren: Jaguar XF Prestige 2.0d

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