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Batman vs. Superman – Dawn Of Justice

Foto: Copyright Warner Brothers

By on 25. März 2016

Wenn man sich zu früh freut.

Wenn man sich den Zeitraum betrachtet in dem dieser Film, durch Platzierung von Plakaten in anderen Filmen, gestreute Pressemitteilungen und -Fotos, den Fans angekündigt wurde ist es schon erstaunlich, dass ich am mich Ende Fragen muss: war das jetzt alles?

Vorweg: Ich habe weder ein Problem mit Ben Affleck als Batman oder Henry Cavill als Superman. … und es wird wohl Spoiler geben (müssen).

Mein Problem beginnt, schon am Anfang bei der Kontinuität und unpassendem Product-Placement.

Der Film startet mit der finalen Schlacht aus Man of Steel in Metropolis und einem Bruce Wayne, der im Jeep Renegade durch die Strassen zu seinem Bürogebäude rast um … zuzusehen wie es zerstört wird? Aber vor allem: Ein Jeep Renegade?

Was in diesen Szenen ebenfalls stark auffällt. Scheinbar fährt jeder in Metropolis die neuesten Modelle von Jeep, Chrysler und Dodge. Mir sind jedenfalls keine älteren Modell aufgefallen.

Aber: Wir befinden uns aktuell im Jahr 2013. Keines der gezeigten Fahrzeuge war damals auf dem Markt.

Foto: Copyright Warner Brothers
Foto: Copyright Warner Brothers

Fast Forward nach „18 Monate später“.

Wir lernen den alten, verbitterten Batman kennen. Ausserdem scheint der irgendetwas einzuwerfen. Seine Albträume könnten jedenfalls fast eigene Filme werden und ein paar davon dabei sogar besser sein als dieser Film.

Ich nehme mal an, wir befinden uns nun im Frank Miller „The Dark Knight Returns“ Teil des Films. Nur ist Ben Affleck hierzu noch nicht alt genug und es fehlen die Mutanten. Aber gut, bleiben wir in der Realität.

Batman rüstet seine Ausrüstung auf, um auf einen Kampf gegen Superman vorbereitet zu sein, falls dieser notwendig wird. Superman rettet (mal wieder) Lois Lane und läuft damit in eine PR Falle, nachdem ein ganzes Dorf vor seiner Ankunft dem Boden gleich gemacht wird.

Auftritt Lex (Alexander) Luthor, Sohn des Lex Luthor aus den … ach, was solls. Scheinbar hat Warner keine anderen Superman Gegner lizensiert. Das würde zumindest erklären, warum es jedes Mal Lex Luthor ist. Jesse Eisenberg spielt einen Gene Hackman, der sich nicht zwischen Heath Ledgers Joker und Jim Carreys Riddler entscheiden kann. Luthor hatte ich immer berechnender und kälter in Erinnerung, weniger psychotisch.

Dieser zieht recht durchschaubar (Nicht mal nur, da er der einzige Schurke im Film ist) die Fäden im Hintergrund der beiden Batman und Superman Handlungen um diese im Finale aufeinander los zu lassen.

Dazwischen wird der unterschied zwischen Bruce und Clark durch deren Privatleben stark herausgestellt. Während Bruce sich mit Albträumen (die ich in ihrer Art wirklich nur auf Drogenkonsum zurückführen kann) geplagt auf eine Konfrontation mit Superman vorbereitet, wird Clark emotional durch seine Beziehung zu Lois und eine Hasskampagne und Senatsanhörung gefordert, während er lernt, mit der Gott-gleichen Verehrung einiger Menschen umzugehen.

Inmitten all dem wird uns noch Diana Prince/Wonder Woman in bester Bond Girl Manier vorgestellt.

Und spätestens jetzt schlägt der Film mir offen ins Gesicht. Wenn Luthor alle Fäden in der Hand hält, und die Personen absichtlich aufeinandertreffen lässt, kennt er alle Identitäten. Warum also den Aufwand treiben?

Viel schlimmer ist, dass Batman hier ein recht schlampiger Detektiv ist und die Identitäten (ausser der von Superman) aus Daten von Luthor lernen muss. Supermans Identität lernt er erst durch den Kampf mit ihm, was auch hier wieder bedeutet, dass er seine Recherche nicht gemacht hat. Das ist völlig untypisch für den Charakter.

Als wenn das alles noch nicht genug wäre, gibt es dann noch einen Subplot, in dem das ganze nur eine Ablenkung ist, damit Luthor das Monster Doomsday erschaffen kann um damit das Finale eines bis dahin recht langweiligen Films zu starten.

Aus dem Quellmaterial hätte man, mit ein wenig Arbeit drei absolut konsistente und gute Filme drehen können. Statt dessen werden unterschiedliche Zeiten und Geschichten vermischt, die zusammen einfach nicht funktionieren.

Doomsday hätte ein absolut cooler Superman Film werden können, Aus „Dawn of Justice“ hätte ein sehr guter Justice League Origin Film werden können und Dark Knight Returns wäre guter Stoff gewesen, wenn Affleck über 50 ist und Batman in Rente zu schicken und das ganze Franchise erneut zu re-booten.

Aber in dieser Konstellation erhält das Publikum einen Film, in dem über eine Stunde lang nichts aufregendes passiert um dann mit einem Kurzen Kampf zwischen Batman und Superman sowie einem primitiven, schlagt das Monster Finale.



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