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Mobile Payment Experimente

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By on 14. März 2015

Bargeld oder Karte? Die Frage stellt sich uns allen, wenn es beim Einkaufen um das Bezahlen geht. Aktuell versuchen diverse Anbieter uns entweder die Frage einfacher oder noch komplizierter zu machen.

Die einen, indem sie möglichst viele Karten auf eine reduzieren, die anderen indem die Karten durch eine App ersetzt werden. Die Dritten versuchen gleich das ganze System umzukrempeln und eigene Abwicklungsmechanismen über eine App zu verbreiten.

Aber wie erfolgreich können die unterschiedlichen Ansätze sein?

Konsolidierte Kreditkarten

Aktuell versuchen drei Anbieter: Coin, Plastc und Stratos uns die Anzahl der Plastikkarten in unseren Geldbeuteln auf eine zu reduzieren. Auch wenn sie die Ideen gleichen werden sie etwas unterschiedlich angegangen.

Coin

Als erste der drei in die Öffentlichkeit gegangen und mit einem angestrebten Preis von $55 die günstigste Variante.

Aktuell wurden ca 15’000 Beta Karten an Kunden verteilt und ab Frühjahr 2015 beginnt der Versand an alle Kunde mit Vorbestellungen.

[Coin]

Plastc

Ebenfalls im letzten Jahr an die Öffentlichkeit ging Plastc. Plastc verfolgt ein ähnliches Konzept wie Coin, bieten dabei ein grösseres E-Ink Display mit Touch Funktionen.

Der Vorteil des Konzepts ist die einfachere Handhabung durch das grosse Display, und die Möglichkeit neben Kreditkarten auch Membership und Kundenkarten einzubinden.

Plastc_Usecase.jpg

Ein weitere Vorteil gegenüber Coin ist die Verfügbarkeit von Chip&Pin und Contactless Funktionen. Die Karte soll im Sommer ausgeliefert werden.

[Plastc]

Stratos

Einen, auf den ersten Blick, etwas traditionelleren Ansatz wählt Stratos. Von aussen sieht die Karte aus, wie eine herkömmliche Kreditkarte. Keine Displays und nur drei sehr unauffällige Touch Buttons. Alle Funktionen werden über die App gesteuert oder programmiert. Da entfällt ein grosser Teil der notwendigen Elektronik innerhalb der Karte.

Wie bei Plastc werden neben den Kreditkarten auch Membership und Giftcards unterschützt. Diese sogar Location Aware über die Stratos App.

Anders als Coin, oder Plastc bietet Stratos kein Kauf-, sondern ein Abo-Modell für die Karten an. Dadurch wird die Karte ersetzt, sollte die Verloren gehen, die Batterie leer sein oder es eine Karte mit neue Technologie geben. Die erste Version soll im April ausgeliefert werden, hat aber noch keinen Chip.

[Stratos]

Kreditkarten Apps

Aktuell gibt es hier zwei Ansätze. Kreditkarten Transfers mit zusätzlicher Sicherheit ausstatten oder die Zahlung gleich ganz abzuwickeln.

Auf der Sicherheitsseite aktuell bei uns erhältlich sind unter anderem Transakt und Viseca. Transakt wird von Swisscard eingesetzt und soll dort den Zahlungsverkehr über eine Bestätigung innerhalb der Mobile App absichern, Viseca hat einen ähnlichen Ansatz und wird direkt von Mastercard/Visa einsetzt um das alte Verified by Visa zu ersetzen.

Beides ist, aus meiner Sicht, beliebig umständlich in der Registrierung und Bedienung… wie schon das Verified by Visa.

Cornercard wartet mit Tapit aus. Kreditkarten können hier einfach mittels NFC fähiger SIM Karte auf dem Smartphone hinterlegt werden. Gezahlt werden kann an jedem Contactless Kartenterminal. Leider ist die App nur für Visa Zertifizierte Android Telefone verfügbar.

Mit den Apps von Google Wallet und Paypal lassen sich einfach Zahlungen über die bestehenden Kreditkarten abwickeln. Apple geht mit Apple Pay in eine ähnliche Richtung. Zwar macht der User, Wie bei Coin oder Plastc ein Foto seiner Kreditkarte, aber die Transaktionen laufen einen etwas anderen Weg. Da die Zahlungen von Apple direkt vermittelt werden, muss die jeweilige Bank den Dienst unterstützen.

Die Alternativen Abwickler

Venmo – kostenloser Geldtransfer zwischen Nutzern. Die Anmeldung erfolgt über Facebook. Speziell, hat aber bestimmt einen Markt.

Twint – „digitales Portemonnaie für die ganze Schweiz“, sagt eigentlich schon alles. Das Guthaben wird als Prepaid beim Service eingezahlt und kann dann ausgegeben werden. Der Grosse Sponsor ist die Post. Also der Laden, der keine anderen Kartenzahlungen, ausser der eigenen PostFinance Karte akzeptiert. Die Limitierung auf die Schweiz wird aber wohl der grössere Hemmschuh werden.

Wozu das alles?

Den Ansatz von Coin, Plastc und Stratos kann ich leicht nachvollziehen. Zu viel Plastic, das ich jeden Tag mit mir herumschleppe wird unübersichtlich. Vor allem ist es schwer und braucht Platz.Wenn ich alles auf eine Karte reduzieren kann, ist mir schon sehr geholfen.

Plastic bieten, durch das grosse Display, den Vorteil auch Barcode Karten abbilden zu können. Stratos setzt durch das Abo Modell auf Sicherheit und durch das Design auf Einfachheit.

Die 3D Security von Visa machte schon immer die Kartenzahlungen nur noch umständlicher, und hat in der Vergangenheit eher dazu geführt, dass ich bestimmte Zahlungen einfach per American Express abgewickelt habe.

TapIt ist, durch die limitierte Anzahl an Geräten, fast unbrauchbar, und Twint limitiert sich so stark auf den lokalen Markt, dass es nicht die einzige Zahlungsapp auf dem Telefon sein kann. Aber will ich für jeden Anwendungsfall eine zusätzliche App?

Und genau da, fürchte ich, wird die einfach Benutzung von ApplePay am ende gewinnen. solange sich jeder Anbieter nur darauf fokussiert, bloss keine Marktanteile oder Kontrolle zu verlieren, wird am Ende der Weg der einfachsten Bedienung siegen.



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