Bindermichi

Photography, Cars & Technology

Infiniti Q50 3.7

By on 29. August 2015

MOTOR Automatik
Hubraum (cm³) 3696
Maximale Leistung in kW (PS) 246 (335)
Maximales Drehmoment in Nm / m.kg 365
Kraftstoffart Super (ROZ 95)
VERBRAUCH (l/100km)
innerorts (l/100km) 13.5
außerorts (l/100km) 7.9
kombiniert (l/100km)
CO²-Emission (g/km) 137
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 250
0-10 (Sek.) 5.5

Urlaub – Roadtrip in Kalifornien und ein passendes Auto. Hertz hatte uns hierfür einen Dodge Charger an den Flughafen gestellt. Nett, leider aber war die Sitzpolsterung nicht mit meinem Rücken kompatibel und auch nicht wirklich verstellbar. Nach einer kurzen Runde über den Parkplatz kehrte dieser daher wieder zurück an seinen Stellplatz und wir fragten nach Alternativen. Diese fand sich in Form eines Infiniti Q50 mit dem 3.7l V6 Motor, der leider nicht in Europa erhältlich ist.

Nachteil war dann doch das verbaute (N)Everlost System von Hertz bei gleichzeitig deaktivierten Original Navigationssystem des Infiniti. Aber dazu später.

Der Q50 teilt sich so die ein oder andere Komponente mit der aktuellen Mercedes C-Klasse. Daher ist die Grösse und, in Europa, auch die Motorisierung fast identisch. Die hier angebotenen 2 Liter Diesel und Turbo Benziner stammen gleich aus dem Regal in Böblingen. Der V6 stammt hingegen weiterhin aus dem Nissan 370Z. Das merkt man auch recht schnell, sobald der Blick auf den Bordcomputer und den Verbrauch fällt. Die angezeigten 22 MPG (ca. 12 l/100km) in der Stadt sind mal eine Ansage. Überland auf Tempomat steigt der Wert dann zwar immerhin auf 30 MPG (ca 8 l/100km), Im Durchschnitt pendelte er sich dann aber doch bei 25 MPG (ca 9.5 l/100km) ein.

Während der Fahrt zeigen sich der Motor und die Gräuschdämmung von ihrer besten Seite. Sanft schnurrt der V6 durch die Landschaft und nur beim starken beschleunigen meldet er ich mit kernigem Grollen. Hier merkt man sehr stark wie sehr die Auslegung des Getriebes im Q50 auf Komfort optimiert ist. Stärke Steigungen mag der Wagen in dieser Konfiguration nämlich überhaupt nicht. Hier verlangt der Motor verlangt nach Drehzahlen über 3000 U/min, welche die Automatik aber nur mit Protest zur Verfügung stellen will. Im Alltag bewegt sich der Drehzahlmesser nur selten über 2000 Umdrehungen. Bei dieser Drehzahl liefert der Motor zwar ausreichend Kraft, aber eben nur ausreichend. sobald ein Berg etwas steiler wird bemerkt man zuerst die fehlende Kraft, welche dann mit einem Zornigen aufheulen des Motors nach einem plötzlichen herunterschalten von 2-3 Gängen abrupt in eine Leistungsexplosion wechselt, welche dann doch tatsächlich Spass macht. Jedenfalls solange, bis der Anstieg bewältigt ist und die Automatik dem Auslauf des Motors ein Ende bereitet.

Im Innenraum geht alles recht bequem und gut verarbeitet zu. Ein paar der Plastikeinlagen wirkten zwar schon etwas abgenutzt, was nach knapp 20’000 Meilen aber zu erwarten ist, wenn regelmässig neue Fahrer den Wagen übernehmen, aber insgesamt gab es erstaunlich wenig Verschleiss.

Das Doppel-Touchscreen Cockpit stellte sich einerseits als recht praktisch heraus. Auch, obwohl das Navigationssystem deaktiviert war und eines der Displays nur noch eine Uhr und die Rückfahrkamera anzeigen konnte.

Beim starten des Wagens dauerte es zwar etwas lange, bis auf dem unteren Bedien-Display alle Funktionen geladen waren, aber ab dann lies sich hier alles recht flüssig scrollen und durchsuchen. Allerdings starteten fast alle Kontrollen für Radio und Medien immer wieder in der Ausgangseinstellung. Shuffle für das iPhone z.B. musste jedesmal wieder erneut aktiviert werden. Die Audioanlage von Bose war recht gut um einen hochwertigen Klang zu liefern, aber der Subwoofer lieferte selbst bei -3 noch einen unangenehm starken und lauten Bass.

Die Rückfahrkamera war eher eine Art Glücksspiel. Nicht die Kamera selbst, sondern der Overlay der Lenklinien. Einmal wurden sowohl die Abstandslinien als auch der Lenkeinschlag angezeigt, ein anderes Mal nicht. Dabei konnte ich allerdings kein Muster erkennen, wann welche Situation eintraf. Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob einigen davon an dem Eingriff seitens Hertz in die Bordelektronik zu tun hatte.

Insgesamt, werde ich wohl doch noch eine europäische Version mit dem 2 Liter Motor zum Vergleich testen müssen. Vielleicht kann ich ja ein paar Eindrücke positiv verändern. Bis jetzt finde ich im Infiniti Q50 eine sehr angenehme alternative zu BMW, Audi und Mercedes, auch wenn es ein paar kleine Schwächen im Detail gibt. Diese finden sich aber auch in den Konkurrenten.



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