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We Love Holi Festival 2013 – Teil 1

By on 27. August 2013

Normalerweise sind mir ja Meldungen über Menschen, die Gebrauchsanweisungen vorher nicht lesen und sich dann beschweren egal, aber am Wochenende erlebte ich wieder so eine Ausnahme: Das We Love Holi Festival of Colours in Hüntwangen.

Schon vor der Farbschlacht fiel mir auf, das einige BesucherInnen sich wohl nicht so ganz informiert haben, wie so ein Holi Dings abläuft und regten sich schon auf, wenn kleinste Farbpartikel in die Nähe der blondierten Haare gerieten.

Für alle, die hier ebenfalls Informationsbedarf haben, hier eine kleine Veranschaulichung:

Wer jetzt also immer noch glaubt, die Haare oder Kleidung würden nicht mit Farbe bedeckt werden, hat wohl so ein paar Joints zu viel geraucht.

Ebenfalls zu beachten: Das Tragen von Mund- und Augenschutz ist zu empfehlen.

Aber so viel zum selbstverschuldeten Leid der Teilnehmer. Viel spannender war für mich ja der Ablauf.

Vom Veranstalter angekündigt waren insgesamt 3 Festival Veranstaltungen in Basel, Bern und Zürich. Tatsächlich stattgefunden hat nur eins in Zürich, die beiden anderen verschwanden nach und nach in der Vergessenheit. Damit konnten wohl „alle“ Tickets verkauft werden, denn ein „Ausverkauft“ hört sich in den Medien immer super an. Obwohl 8000 Tickets für ein Festival schon arg wenig ist.

Das Gelände hätte wohl gut die doppelte Menge Leute aufnehmen können, denn die Bühne samt Publikum füllte nicht einmal ein Viertel der Konzertfläche und es gab reichlich Platz für Getränke und Essenstände mit grosszügigem Ruheraum.

Aber von Anfang an:

Vom Zug bis zum Festival Gelände sollten es 15 Minuten sein, laut Google 19 und in Realität gut 25, da der Zugang noch umständlich durch Feldwege und den Parkplatz ging. Die Türöffnung (12:00) verzögerte sich um gute 30 Minuten, aber das hatte ich fast erwartet.

Die Security war, sagen wir mal, bemüht. Taschen wurden grob kontrolliert, aber auf dem Gelände fanden sich immer wieder leere Glasflaschen. Anderen wurde hingegen die leere Cola-Flasche mit der Begründung weggenommen, dass man die ja auf dem Gelände mit Wasser füllen könne. Das sei verboten.

Zum Glück gab es ja Getränkestände.

Um dort etwas kaufen zu können, mussten die Besucher Bons an der Kasse kaufen. So weit, so gut. Es gab zwei Kassen am linken und zwei am rechten Ende der Verpflegungsreihe. Die Schlangen an der Kasse gingen einmal quer über das Gelände.

Na gut. Wir hatten Karten mit inklusive Getränken und Farbpulver gekauft, damit es vor Ort einfacher geht. Laut Beschreibung sollten wir diese an der Kasse gegen das Pulver und die Bons eintauschen. Also zur nächsten Kasse und in die Schlange.

2 Stunden(!) später waren wir endlich vorne angekommen. Die Menschen hinter der Kasse waren ebenfalls redlich bemüht im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine schnelle Bedienung der Wartenden zu sorgen. Sprich: zwei nicht-angelernte Helferinnen und ein „Aufpasser“ an zwei Kassen mit hunderten Konzertbesuchern in der Schlange.

Wir erfuhren, dass wir falsch seien und an der Farbausgabe und den Getränkeständen direkt anstehen könnten. Ah-ja… Gut, dass uns das vorher gesagt wurde.

Inzwischen (14:45) hatten wir Durst und kümmerten uns erst einmal um die Getränke. Danach machten wir uns in Richtung der Schlange zum Farbpulver auf. Die lief etwas  wenig schneller, aber unter 1 Stunde würde auch hier nichts gehen. Ein kurzer Blick an der Schlange vorbei und am Ende war noch ein T-Shirt Stand. Fragen wir doch einfach mal dort nach.

So ein Zufall. Dort gab es tatsächlich unsere Pulvertüten. Aber das wusste wohl sonst keiner.

Inzwischen hatte dann doch der angekündigte Regen eingesetzt und ein Grossteil der Besucher suchte Schutz unter den … also eigentlich gab es nur den RedBull Pavillon mit Bar und den Stand mit dem Indischen Essen, der etwas Regenschutz bieten konnte.

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Aber der Regen liess gegen 16:00 wieder nach und die Partie konnte richtig losgehen. Nur das mit den Getränken lief jetzt wohl anders. Beide Kassenstände waren geschlossen und vor den Theken drängten sich die Besucher vor völlig überforderten Helfern. Auch hier wurde wohl keiner Angelernt oder eingewiesen.

Zum Beispiel wurden die Bestellungen für 3 Bier erst vorne angenommen, dann von der gleichen Person am entfernt stehenden Zapfhahn gezapft und wieder nach vorne gebracht. Ich bin ja auch kein Profi, aber selbst auf Schulfesten stand immer 1 Person am Zapfhahn und hat nichts anderes gemacht, als Biergläser zu füllen, die von den anderen verkauft wurden.

Also vorerst mitfeiern statt trinken.

Die Stimmung war gut und fast ausgelassen und wir haben keine Raufereien mitbekommen. Die Countdowns für die Farbwolken liefen auch mehr oder weniger koordiniert ab. Einzig den Typen, der auf der Bühne rumhampelte und dabei nichts Sinnvolles machte, als ständig was ins Mikrofon zu plärren, hätten viele Zuschauer am liebsten ein paar Farbsäcke ins Maul gestopft.

Das krasse Gegenprogramm waren die angeheuerten DJs und die Musik. Das Lineup war wirklich kaum zu verbessern, auch wenn sie sich stilistisch kaum unterschieden. Aber ich war ja schon immer für melodische House Music zu haben.

Irgendwann mussten wir aber doch mal etwas trinken, denn das eingefärbte Maispulver sorgt schnell mal für einen trockenen Hals und schweren Atem. Also zurück zu den Getränkeständen.

Als wir anstanden, wurden nebenan gleich säckeweise Farbpulvertüten in die Mengen vor den Verkaufsständen geworfen. Die Leute drängten nach vorne, um sich welche zu fangen und einige der Zelte wurden merklich nach hinten gedrückt. Falls also jemand wissen will, wie man ganz leicht eine Massenpanik erzeugen kann… das geht ungefähr so.

Wir standen zum Glück weit genug weg, um nicht in dieses Gedränge zu geraten aber dafür ging es auch nicht vorwärts. Nach einer halben Stunde hatten wir genug und wollten zum Ausgang. Nur welcher ist der Ausgang?

Am unteren Ende waren 3 Notausgänge beschildert, aber aus den beiden linken durften wir rausgehen. Also gingen wir dorthin, wo wir hinaungekommen sind. Da durften wir aber nicht raus. Wieder über das halbe Gelände zurück und aus dem unteren rechten Ausgang konnten wir tatsächlich hinaus. Dass dort gerade ein LKW mitten in der Ausgangschleuse stand, ist jetzt auch nicht mehr wichtig.

Den ganzen Nachmittag ist mir von unten her schon aufgefallen, dass immer Leute das Gelänge verliessen und andere immer noch kamen. Warum das so war, bemerkten wir auf dem Weg zum Bahnhof.

Da die Getränkestände völlig überlastet waren, gingen viele der Besucher kurzerhand in den Ort um dort Getränke zu kaufen und kamen danach wieder zurück. Kurz vor dem Bahnhof gab es noch einen Partystand der Ortansässigen, die ebenfalls gerne Getränke und Essen an die Festivalbesucher verkauften.

Der Bahnsteig war bereits gut mit Besuchern gefüllt, die das Festival dauerhaft verlassen wollten (18:00). Der Blick die Strasse hinunter zeigte, dass der Weg zum Bahnhof nun gut mit Menschen gefüllt war.

Wie gesagt: 18:00! Das Festival ging zu diesem Zeitpunkt noch 4 Stunden und der Main-Act war noch nicht ansatzweise aufgetreten.

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