Bindermichi

Photography, Cars & Technology

Auto Salon Genf 2012

By on 18. März 2012

Nach einem Tag auf der Messe bin ich ein wenig Ratlos.

Mir persönlich haben die Highlights gefehlt. Die Visionen und bahnbrechende Idee. Aber vielleicht erwarte ich einfach zu viel.

Genf ist traditionell die Messe für Luxusfahrzeuge. Dementsprechend gab es jede Menge Edeltuner, den neuen Rolls Royce Phantom Series II und den BMW 6er Gand Coupé. Beides nicht zugänglich. Beim Rolls Royce verständlich, bei BMW war ein Großteil der Fahrzeuge für das Publikum verschlossen. Der 6er sogar nur hinter Absperrungen in im VIP Bereich zu betrachten.

Ebenfalls bei BMW gab es den neuen 3er zu sehen. Dieser war zugänglich und auf den ersten Blick sehr gelungen. Was ich allerdings nicht verstehen konnte:

Wenn man schon diese „tolle“ MOdellpolitik mit den Editionen (Sport, Modern, Luxus, M) einführt, warum entsprechen die Ausgestellten Modelle dann nicht diesen Editionen? Ich hatte mich so auf die offenporigen Holzeinlagen der Modern Line gefreut, um festzustellen, das man für den Showwagen Einlagen aus der Luxus Edition verbaut hatte.

Bei Tesla gab es die verbleibenden Roadster und 1 Model S zu bestaunen. Einsteigen nur für Gäste mit Vorbestellung. Der Kofferaum macht einen sehr chaotischen Eindruck, was den nachträglich verbauten Sitzen der 3. Reihe zu schulden ist. Im übrigen Innenraum geht es ausreichend Großzügig zu. Das riesige Touchdisplay in der Mittelkonsole wirk allerdings etwas übertrieben, und ein großteil der Fläche zeigte keine Fahrzeugrelevanten Informationen an, sondern Internetcontent oder Fotoalben.

Mercedes zeigte die neue A-Klasse. Auf den ersten Blick ist die Orientierung an BMWs 1er zu erkennen. Lange Motorhaube und nach hinten verschobener Fahrgastraum. Allerdings wird die A-Klasse über die Vorderachse angetrieben, was auf dem Papier einen besser nutzbaren Koffenraum erwarten lies. Leider werden weder der Stauraum noch die Heckklappe oder die zu eng geschittene Kofferraumöffnung diesen erwartungen gerecht. Im Innenraum geht es moderner zu, als man von Mercedes erwaerten würde, aber vor allem an dem großen Display der Control Systems hört diese modernität bei der Bedienung schnell aus. Auch wenn es von Größe, Position und Anzeigen vermuten lies ist es kein Touchscreen, sondern lässt sich ausschließlich über eine Umständliche Bedienung am Armatuerenbrett steuern. Auch verarbeitungstechnisch bleibt die A-Klasse, wie schon die B-Klasse hinter den Erwartungen in ein Fahrzeug dieser Preisklasse weit zurück.

Ford schickte den neuen B-max ins Rennen. Im Prinzip ein Fiesta-Minivan. von den Dimensionen großzügig genung für eine kleine Familien und mit 2 praktischen Schiebetüren und ohne B-Säule ausgestattet. So wird das „beladen“ der 2. Reihe stark vereinfacht. Ausserdem gab es noch einen Ausblick auf den neuen Kuga, der bis auf die Front identisch zum neuen Mazda CX-5 ist.

Volvo stellte den neuen V40 vor, der auf dem aktuellen Ford Focus Hatchback basiert und hier als sportlicher „Kombi“ beschrieben wird. Optisch wurde dafür lediglich das Heck etwas kantiger gestaltet und die Front an die üblichen Volvo Formen angepasst. Im Innenraum blieb die freistehende Mittelkonsole aus dem Vorgänger erhalten, die ich im S60 und V60 schmerzlich vermisst hatte. Dafür wurden zusätzlich noch Hybridversionen des V40 und V60 gezeigt, die ebenfalls bald erhältlich sind.

Peugeot stellte den neuen 208 vor. Das Styling ist durchaus ansprechend und modern. Die Verarbeitung machte gegenüber dem Vorgänge einen guten Eindruck. Aber: ich habe noch nie eine so verwirrende Bedienung eines Touchscreen Navigationsgerätes erlebt! Da kann das Interface noch so cool aussehen, die Menüführung ist das Letzte und nicht intuitiv bedienbar.

Bei Citroën gab es den neuen DS5. Der Basiert auf dem Peugeot 4008 und verfügt über einen Elektromotor, der die Hinterräder antreibt. Im Innenraum geht es luxuriös zu, was zu einem Reisemobil durchaus passt.

Volkwagen stellt den neuen kleine UP! den Mii und das gleiche Auto nochmal als Skoda vor. Klein, eckig und stylisch vermarktet. Bei Seat gab es dann noch ein Toledo Concept, mit dem Ausblick auf den nächsten Stufenheck Ibiza.

Audi fuhr gleich mit einer ganzen Flotte von Hybridmodellen vor. Allerdings zu Preisaufschlägen, die mich schon nach dem Sinn dahinter fragen lassen. Wenn ich für das gleiche Geld die Wahl zwischen einem S6 und einem A6 Hybrid mit 2 Liter TFSI Motor habe, überlege ich tatsächlich, ob der S6 nicht doch die wirtschaftlichere Wahl ist. Gleiches gilt für den A8 Hybrid, der nur noch ein viertel des ursprünglichen Kofferraumvolumens hat. Zum Ausgleich gibt es dafür dann ein speziell gestaltetes Kofferset… natürlich separat erhältlich.

Fiat musste da wohl dieses Jahr den Vogel abschießen. Nachdem im letzten Jahr die umgelabelten Dodge und Chrysler als Fiat und Lancia vorstellt wurden gab es in diesem Jahr einen Fiat 500 mit 5 Türen, der verdächtig nach dem Mini Countryman aussah. Nur halt ohne Allrad oder stimmige Proportionen, aber mit farblich abgesetztem Dach in schwarz oder weiß.

Bei Alfa Romeo trat man ohne den eingestellten 159, dafür abermals mit dem Lotus Elise, der hier 4C heißt auf. Insgesamt frage ich mich langsam wirklich, was hier die übergeordnete Strategie des Konzerns ist, denn nur mit den Imageträgern Ferrari und Maserati kann man sich sicherlich nicht halten.

Opel zeigte den Mini-SUV Mokka. Eine Mischung aus Corsa und Susuki SX4. Ausserdem konnte ich mir endlich mal den Ampera aus der Nähe anschauen. Was ich schnell bereuen sollte. Das Auto unterscheidet sich tatsächlich nur in der Farbe der Mittelkonsole (Chevrolet weiß, Opel grau) und der Front vom Volt. Inklusive allem, was das Design und Bedientkonzept des Volt nicht gut gelöst hatte. Die verlegten Teppiche sind eher peinlich und fasern nach etwas über 1 Woche Messebetrieb bereits aus. Der Teppichfetzen, mit dem die Lücke zwischen den Rücksitzen per Klettverschuss geschlossen werden kann raisst die bespannung der beiden Sitzrückseiten auf und auch sonst sind die Verschleissspuren vielfältig und gut sichtbar.

Überraschend waren die neuen Cee’d von Kia. Gegenüber dem aktuellen Modell machen diese in Design und Verarbeitung einen sehr großen Sprung nach vorne und wildern von nun an wohl eher im Revier von Golf und Astra, als bei Ford, Skoda und Seat. Wenn die Fahrbarkeit auf gleichem Niveau zugelegt hat wird es mit Sicherheit eng für die bisher Etablierten Hersteller werden. Vom baugleichem neuen i30 bei Hyundai erwarte ich ähnliches. Hyundai stellte ebenfalls noch den i40 als Limousine vor, der bis auf den Laderaum dem Kombi entspricht.

Bei Renault gab es vor allem die neuen Elektroautos Z.E. zu sehen. Leider war der neue ZOE ausschlieslich gelandenen Gästen vorbehalten. Den Fluence konnte ich allerdings testen. Die erste Überraschung war: Gestartet wird mit einem konventionellem Schlüssel. Sonst fährt er sich wie ein normales Auto, nur leiser und nicht ganz so weit. Nach spätestens 180 Kilometern ist schluss. Im Winter kann das auch schon nach 80 Kilometern sein.



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