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The Book of Eli

Book Of Eli

By on 31. Januar 2010

Um es vorweg zu nehmen, ich bin mir bei neuen Denzel Washington Filmen nie wirklich sicher, ob sie ihr Geld wert sind. Ohne Zweifel ist er ein hervorragender Schauspieler, aber entweder hat er oder sein Manager kein gutes Händchen bei der Auswahl neuer Filme. Auf einen wirklich herausragenden folgt meistens eine ganze Serie mäßiger bis wirklich schlechter Film, was seinem Ruf nicht wirklich fördert.

Nun steht also The Book Of Eli an, und meine erste Reaktion war: “muss ich mir nicht antun”…  Ich hab es aber dann doch auf mich genommen und bin erst einmal überrascht.

Das Setting des Prologs erinnert mich stark an das Computerspiel Stalker. Postapokalyptische, verstrahlte Landschaft in bleichen Farben. Das ganze in wirklich schön gestylten Bildern festgehalten. Wir lernen den täglichen Überlebenskampf unseres Helden Eli kennen und begegnen erst am folgenden Tag weiteren Menschen.

In diesem Fall ein paar Straßenräubern, mit denen unser, anscheinend gut bewaffneter und ausgebildeter Held nach einem kurzen Gespräch ebensolchen Prozess macht.

Bisher wissen wir nicht viel über diese Welt, nur dass sie nicht ganz so überdreht punkig ist, wie Mad Max uns das immer glauben machen wollte.

Bis jetzt hat sich aber bereits einer Frage in meinen Schädel gebohrt. Wenn die Welt verstrahlt ist, gab es wohl einen Atomkrieg… warum hat unser Held dann einen funktionierenden iPod? Und wo bekommt der den Strom dafür her?

Auf die letzte Frage erhalten wir schließlich eine Antwort, als der Film eine kleine Stadt betritt, die mich stark an alte Western Filme erinnert. Auf den Dächern stehen bewaffnete Wachen, alle Menschen betrachten misstrauisch den Fremden als er durch die Stadt läuft, nur die Filmmusik deutet auf ein neueres Datum hin. Leider handelt es sich hier um einen Hollywood Film, also werden all jede Zuschauer, denen die Ähnlichkeit bis jetzt nicht aufgefallen ist durch den Sheriff und sein gesummtes Italowestern Thema mehrfach daran erinnert. (Bin mir leider grade nicht sicher, welches Thema es war)

Wie in jedem guten Western, wird auch die Kleinstadt von einem Despoten und seiner Gang regiert. In diesem Fall wurde Gary Oldman bemüht und gibt eine hinreißende Vorstellung als Schurke ab. Dieser ist auch der Suche nach einem speziellen Buch und schickt seine analphabetischen Schergen aus, um ihm dieses zu beschaffen.

Kurz darauf lernen wir, das Eli im Besitz des gesuchten Buches ist, es aber lieber an einen Ort (an dem es gebraucht wir) im Westen zu bringen, und so beginnt die Jagd.

Als so eine Art Running-Gag treffen wir wieder auf Teile der Straßenräuber, was natürlich Sinn macht, da wir diese kurz zuvor erst hinter uns gelassen hatten. Wir finden ein hochgerüstetes, menschenfressendes altes Ehepaar. Fahren Stundenlang mir Autos durch die Gegend, die heute schon als “alt” gelten (Ich vergaß: wir sind in 2043 oder so) und keiner Fragt sich woher, 30 Jahre nach dem Krieg, das Benzin dafür herkommt?

Der Film in sich ist sehr simpel gestrickt, was durch die wiederholt durch den Sheriff gesummten Spagetti Western Melodien angedeutet wird. Die hintergründige Botschaft scheint jedoch nicht bei allen Kinogänger anzukommen. Siehe Yahoo! Answers.

Ich fasse den Teil mal kurz zusammen. Es geht um die fast 30 jährige Wanderung von Eli um eine Bibel an einen bestimmten Ort im Westen zu bringen. Alle Bibeln wurden nach dem Krieg verbrannt, da sie als Urheber der damaligen Streitigkeiten ausgemacht wurden, was ich durchaus nachvollziehen kann. Dabei wird auf kirchliche Klischees weitestgehend verzichtet, was ich persönlich gut finde. Der Despot will mir Ihrer Kraft seinen Machtbereich ausbauen und unser Held der Menschheit zu einem besseren Leben verhelfen. Wie genau lernen wir am Ende, das nebenbei noch ein paar Überraschungen bereithält.

Offizielle Seite zum Film



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