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By on 18. Juli 2010

Tilman Spengler hat wieder ein Buch geschrieben und in den großen Buchhandlungen lagen große Stapel griffbereit in den Eingangsbereichen. So kam nicht umhin mir die Zusammenfassung des Klappentextes durchzulesen.

Warum fällt es gerade uns Deutschen so schwer, ein leichtfüßiges Gespräch zu führen? Und was ist das überhaupt: eine gute Unterhaltung?

Für mich ist das ein sehr ansprechendes Thema, stehe ich doch recht häufig vor der Herausforderung mein gegenüber im Gespräch zu halten um meiner eigentlichen Arbeit nachzugehen: Informationen und Anforderungen aufzunehmen, von denen meine Kunden oft nicht wissen, das sie existieren.


Zwar fand ich die 18€ für ein gebundenes Taschenbuch mit offensichtlich weniger als 250 Seiten schon sportlich, wollte mich aber mit dem Thema auseinandersetzen und griff zu. Das war wohl der zweite Fehler.

Der Erste war zu glauben was auf dem Klappentext stand und eine Besprechung oder Analyse mit dem Thema Gesprächsführung in Deutschland zu erwerben.

In den 176, nummerierten, Seiten – sagen wir also 160 Netto – werden einige Situationen aus dem Leben des Autors beschrieben, in denen es um Gespräche im weitesten Sinn geht. Nicht wie geführt wurden, sondern vielmehr als Episodenhafte Beschreibung, nicht zusammenhängender Ereignisse.

Zwischen den Episoden geht der Autor auf die Ursachen ein, die seiner Meinung nach zum Unvermögen, der meisten Deutschen, geführt haben, ein anspruchsvolles Gespräch zu führen. Dabei wird ein wenig historisches hervorgekramt, auf diverse Literatur- und Kulturklassiker verwiesen, natürlich nicht an Kritik an Presse, Fernsehen und Internet gespart. Wobei bei letzterem deutlich wird, dass es dem Autor an differenzierten Kenntnissen fehlt.

Wenigsten befolgt er eine Grundregel, die auch kurz in einem Kapitel angeschnitten wird. Den jammernden und beklagenden wird eher das Wort überlassen als den fröhlichen. Also wird jede sich bietende Gelegenheit zu lamentieren genutzt um den Leser die gute Laune und Motivation zum weiterlesen zu nehmen.

Was mir bleibt, ist der Eindruck einen 18€ teuren und 160 Seiten starken Essay ohne jeden Mehrwert erworben zu haben. Das nenne ich mal einen anspruchsvollen Gesprächsstoff für meine nächste Unterhaltung!



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