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Willkommen in der Wahl-O-Matie

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By on 28. August 2009

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Kaum gibt es wieder einmal eine Wahl in unserer Bananenrepublik sprießen die Wahl-O-Maten wie Fliegenpilze aus dem Boden. Im Konzept ähneln diese einer umgedrehten Meinungsumfrage.

Es werden eine Handvoll Aussagen der Parteien zu einem Thema präsentiert, der potentielle Wähler sucht sich die, für ihn, passendste Antwort heraus und am Ende wird Ihm eine Wahlempfehlung präsentiert. Wie diese zustande gekommen ist wird in der Regel nicht erwähnt.

Ich konnte mich dem Phänomen heute mal nicht entziehen und bin auf “Welche Partei passt zu Ihnen?” der Wirtschaftwoche gelandet. Mein Ergebnis entbehrt dabei nicht einer gewissen Schizophrenie.

Mit persönlich sind momentan keine Überschneidungen der Positionen von FDP und der Linken bekannt, aber was heißt das schon in der aktuellen Parteienlandschaft. Für mich muss ich sagen. So ein Ergebnis hatte ich erwartet, jedenfalls eines der beiden.

Warum lässt sich leicht anhand der gestellten Fragen beantworten. Mit fiel eine starke Konzentration auf Sozial-, Familien-, Energie-, Wirtschafts- und Außenpolitik auf. Innenpolitik kam, jedenfalls in meinem Test, nicht bewusst vor.

Was Außen- und Wirtschaftspolitik angeht fand ich mich soweit ich zurückdenken kann schon immer auf der Linie der FDP wieder. Das sind die Themen, die man dieser Partei bisher wirklich anvertrauen konnte, und welche in den nächsten Monaten auch stark gefordert werden. Aber für die meisten anderen Feldern und beim Führungspersonal kann und will ich derzeit nicht für die FDP stimmen.

Ebenso die Linken. Bei Sozial und Familienpolitik kann ich mich deren Position durchaus annähern, aber die Steuerpolitik und vor allem der Dauerverpisser und Sichselbstschönredner Lafontaine fallen bei mir derart Gnadenlos durch, dass ich hier auf gar keinen Fall in absehbarer Zeit ein Kreuzchen machen werde.

Seltsam an der Empfehlung fand ich die Abwesenheit der Grünen, obwohl ich sicher bin dort auch jede Menge Positionen markiert zu haben.

Fasse ich mal zusammen. Ich hätte gerne:

  • Wir brauchen definitiv einen gesetzlichen Mindestlohn, der eine Grenze markiert, unter die Löhne nicht fallen dürfen. Eine Mindestlohn-Kommission soll ihn für möglichst viele Branchen allgemeinverbindlich festsetzen. 7,50 Euro halte ich bei der augenblicklichen Wirtschaftslage für angemessen.”
  • Jeder soll nach dem 60. Lebensjahr selbst entscheiden können, wann er in Rente geht. Allerdings muss man bei einem früheren Rentenbeginn auch entsprechende Abschläge bei der gesetzlichen Rente in Kauf nehmen.”
  • Die gesetzliche Rentenversicherung muss zu einer solidarischen Erwerbstätigenversicherung umgebaut werden, in die auch Selbstständige, Beamte und Politiker miteinbezogen sind.”
  • Ich bin für die Einführung eines Drei-Stufen-Tarifs: Zehn Prozent für Einkommen bis 20.000 Euro, 25 Prozent für Einkommen bis 50.000 Euro und 35 Prozent für Einkommen über 50.000 Euro.” – Wobei ich finde das 50.000€ inzwischen etwas zu niedrig ist um als “Spitzeneinkommen” bezeichnet zu werden.
  • Unser Steuersystem begünstigt mit dem Ehegattensplitting die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Ehepartnern. Daher sollte es abgeschafft und durch eine individuelle Besteuerung ersetzt werden. Der Grundfreibetrag sollte 9300 Euro betragen.” – Hier war mit der Grundfreibetrag völlig egal. Fand den ersten Teil der Aussage deutlich wichtiger.
  • Es ist ein Grundrecht, Eigentum zu erwerben und zu vererben. Daher sollte die Erbschaftsteuerreform mit Blick auf seine familiengerechte Ausgestaltung und im Lichte der Wirtschafts- und Finanzkrise nochmals überprüft werden.” – Ist zwar völlig inhaltslos, aber ich bin sowieso gegen eine Erbschaftsteuer in jeder Form.



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