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Unerträgliche Seichtigkeit der Papierverschwendung

Abendblatt

By on 15. August 2009

Abendblatt

Manchmal frag ich mich wirklich, warum sowas gedruckt wird.

In einem Kommentar, im Hamburger Abendblatt, zur Forderung nach Cyber-Cops durch die Polizeigewerkschaft spannt Karl Günther Barth einen sehr wirren Bogen von der angeblich grenzenlose Freiheit des Internet über Mobbing, Onlinebetrug, Internetsperren, die Piratenpartei bis zur Schweinegrippe.

Grenzenlose Freiheit gibt es nur noch im Internet. Bei bösartigem Cyber-Mobbing sind oft Schüler die Opfer, beim etwas harmloseren Spickmich die Lehrer. Geschäftemacher zocken im Internet ab. Nazi-Propaganda übelster Art, in denen der Holocaust geleugnet und gegen Juden gehetzt wird, wird über ausländische Websites ins Netz gestellt. In unerträglicher Leichtigkeit wird mit dem Urheberrecht Schindluder getrieben, dank Google kann man es sich eigentlich nur noch verletzt vorstellen. Und wenn Familienministerin Ursula von der Leyen schärfer gegen Kinderpornografie vorgehen will, wird sie gleich als „Zensurla“ verspottet.

Hamburger Abendblatt

Ist das Internet jetzt für den Ausbruch der, sogenannten, Schweinegrippe verantwortlich? Oder verwechselt der Autor diese mit MCD oder Kreuzfeld-Jakob, welche ja, durch die ähnlichen Symptome, leicht zu verwechseln sind.

Zum einen: Ja, die Idee einer Sondereinheit für Onlinekriminalität der Polizei ist durchaus begrüßenswert, da hier tatsächlich ausreichende Fachkräfte fehlen.

Zum anderen: … das wird jetzt etwas ausführlicher.

Ich beziehe mich hier mal auf die Tagesschau, da ich dieser wenigstens halbewegs objektive Berichte zutraue:

„Wir brauchen 2000 Cyber-Cops“, sagte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt der „Berliner Zeitung“. Das Internet sei der „größte Tatort der Welt“. Deshalb dürfe das weltweite Netz nicht sich selbst überlassen werden.

[…]

„Wir brauchen eine zwischen dem Bundeskriminalamt und der Polizei der Länder abgestimmte Gesamtstrategie“, sagte Wendt. Dabei könnten die Länder bestimmte Kriminalitätsfelder übernehmen, um Doppelermittlungen zu vermeiden.

tagesschau.de

Ok, also das Internet ist der größte Tatort der Welt? (Hier was interessantes dazu) Ich dachte der Tatort wäre der exakte Ort eines (1) Verbrechens. Damit wäre das Internet durch und durch kriminell und jeder einzelne würde ununterbrochen zum Opfer von Verbrechen mit drastischen Konsequenzen.

Das liegt vieleicht an mir, aber ich nutze das Internet jetzt schon seit 15 Jahren und bin bisher kein Opfer von irgendwas geworden.

Außerdem frage ich mich, wie in diesem Zusammenhang die Welt in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer fallen soll!? Also ist entweder der Bund in diesem “Tatort” zuständig oder eine Internationale Behörde!

Ich freue mich jedenfalls schon auf die Erste Folge “Tatort Internet” im Fernsehen. Die werde ich dann genauso häufig anschauen, wie die bisherigen Filme. nämlich Garnicht.

Aber zurück zu den wirren Gedanken unseres Herrn Barth, also ob dieser andere Typ aus Berlin nicht schon genug davon verbreitet hätte.

Die am Anfang des Artikels aufgeführten Straftaten sind, wie könnte es anders sein, auch im Internet nach deutschem Recht strafbar. Überraschung! Nicht vergessen darf man, das vor allem Rechtradikales Gedankengut gerne auch aus dem Ausland verbreitet wird, da es dort nicht illegal ist… im Gegensatz zu Kinderpornografie, die fast überall strafbar ist. Aber das interessiert die schwarzen Gesellen ja nicht so (Hat was mit einer Allergie gegen Wahrheit und Fakten zu tun).

Fakt ist jedenfalls, dass sich noch niemand über das Internet mit der sogenannten Schweinegrippe infiziert hat. Da sich der Virus aber über kontakt verbreitet und ich nichts über den Gesundheitszustand des Leitenden Redakteur weiß, kann ich vor dem Kontakt mit dieser Zeitung und insbesondere dieses Kommentars, in gedruckter Form, nur zur Vorsicht mahnen.

Kommentar: Gewerkschaft will Cyber-Cops – Unerträgliche Leichtigkeit – Deutschland – Politik – Nachrichten – Hamburger Abendblatt

Einen Kommentar zum Qualitätsjournalismus in Bezug auf die flankierenden Artikel Empfehlungen und Werbung erspare ich mir hier. Bleibt nur noch ein “Rettet die Bäume, spart euch hirnloses Zeitungskommentare!”



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