Bindermichi

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Was haben diese Beiden gemeinsam?

StroblDog

By on 19. Juni 2009

Kaum ist die Abstimmung über Gesetz zur Zugangserschwerung zu Kinderpornografie im Internet kommen auch schon die ersten Forderungen nach mehr. Ist ja nicht so, als hätten wir es nicht geahnt und mehrfach angesprochen.

Dieser nette Onkel ist Thomas Strobl. Onkel Strobl ist CDU-Generalsekretär in Baden-Württemberg und seit 1998 Mitglied des Bundestages; seit November 2005 Vorsitzender des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung.

Aus seinem Lebenslauf auf Bundestag.de schließe ich mal, dass er über keinerlei beruflichen und wirtschaftlichen Kenntnisse außerhalb von Universität und Parlament verfügt, dazu sind die einzelnen Abstände der Daten einfach zu kurz. (Ich kann mich da allerdings auch irren, einstellen würde ich so jemanden allerdings nicht)

Also Entgeltliche Tätigkeiten gibt er eine Stellung als selbständiger Rechtsanwalt bei “Anwalts- und Steuerkanzlei Throm, Hauser, Strobl, von Berlichingen, Heilbronn” an.

Anscheinend qualifiziert Ihn diese geballte Ladung an (mir fällt da nichts positives zu ein) dazu nun eine Forderung nach einer Sperrung von  “Seiten mit sogenannten Killerspielen” (SPON) auszusprechen.

Seiten?

Herr Strobl: Waren sie jemals zum spielen im Internet? Den Online Spiele spielt man nicht im Browser! Jedenfalls nicht die, die Sie gerade angesprochen haben.

Eine Sperrung von Webseiten mit Browserspielen träfe in der Regel Anbieter, deren Produkte ohne Schwierigkeiten eine “USK 6” oder “Ohne Altersbeschränkung” Freigabe erhalten würden.

Eine Produktseite zu “USK 18” Spielen zu sperren hätte ebenfalls keinen Erfolg, da sich die Spiele selbst nicht mit diesen Servern verbinden.

Die meisten Mehrspielerprodukte verfügen über eingebaute Spiele Server. Das heißt selbst wenn Sie alle bekannten Serveradressen sperren würden, wären nur tausende Hausanschlüsse unbeteiligter DSL Kunden davon betroffen. Das wäre zwar die beste Firewall, die dem durchschnittlichen Breitbandnutzer je zur Verfügung gestellt wurde (sogar fast kostenlos), würde Ihr fragwürdiges Anliegen aber nicht im geringsten weiterbringen.

Das wirklich traurige an dieser Forderung ist, dass es wieder einmal den Durchmarsch einen Verfassungsfeindlichen Gesetzes durch den Bundestag gegeben hat und sich die Befürchtungen der Kritiker nach einer Ausweitung schon innerhalb der ersten Tage einstellen. Allerdings wird die aufgestellte Forderung einer von vornherein Sinn- und Wirkungslosen Umsetzung in dieser Forderung gerade zu Grotesk lächerlich, wenn man sich die technischen Randbedingungen näher ansieht.

Betroffen währen lediglich Spiele, die sich über eine konstante Anzahl vom Hersteller betriebener Server verbinden. Also World of Warcraft, Guildwars, Everquest, Eve Online, Dark Age Of Camelot, etc. Die Art Spiele, die Herr Strobl aber gerne verbieten würde funktionieren anders. Jeder der will kann einen eigenen Spiele Server betreiben, sogar zuhause auf dem eigenen PC.

Die Webseiten dieser Spiele zu sperren würde ebenfalls völlig sinnlos sein, denn der geneigte Gamer benötigt lediglich die Installationsdateien des Spiels, und die gibt es auch an anderer Stelle.

Was hat das alles mit einem kläffenden Hund zu tun?

Seit einiger Zeit wird von meinem Haus regelmäßig ein offensichtlich junger, und schlecht erzogener Hund angebunden, solange Herrchen/Frauchen beim einkaufen im benachbarten Supermarkt sind.

Nach spätestens 30 Sekunden bekommt der Hund Panik und fängt an zu bellen… bis jemand vorbei kommt. Dann hört er kurz auf, wimmert und bellt weiter sobald man passiert ist.

Der Hund kann nicht anders, denn man hat es Ihm nicht beigebracht einfach mal die Fresse zu halten, wenn Herrchen/Frauchen mal nicht anwesend sind.

In etwa so kommen die Forderungen von Herrn Strobl bei mir an. Ein Lobbyfreund, ohne sachverständnis, der einfach mal ein paar knackige Forderungen in die Welt posaunt statt mal die Klappe zu halten und jemanden zu Fragen, der sich damit auskennt.

Jedenfalls habe ich von diversen Kleingärtnern gelernt, dass man das Übel bei der Wurzel packen sollte. Ich werde mir also bei Gelegenheit einen stabilen Spaten kaufen und nach einem abgelegenem leeren Feld suchen, um ein 1x2x2m Meter großes Loch zu graben.



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