Bindermichi

Photography, Cars & Technology

Ist die Partei 2.0 möglich?

By on 18. Januar 2009

 

Das Ergebnis und die Wahlbeteiligung zur Landtagwahl in Hessen zeigt sehr schön sowohl die Unzufriedenheit als auch die Ratlosigkeit der Wähler. Wie erwartet konnten FDP und Grüne deutlich zulegen, während von den großen Parteien lediglich die SPD einen herben Verlust hinnehmen musste. Ich hatte diesen auch bei der CDU erwartet, aber das Nichtstun hat Roland Koch wohl wieder mal gerettet.

Das einfachste wäre, die geringe Wahlbeteiligung auf das schlechte Wetter zu schieben, also überlasse ich das mal der Presse und widme mich einer anderen Frage.

Warum geht man nicht zu Wahl?

Es ist nicht die von Politikern und Presse so oft zitierte Politikverdrossenheit! Zur Politik hat jeder eine Meinung, will mitreden und sie gestalten. Nur die Hürde ist Institution der Parteien. Vor allem in Hessen wurde dem Bürger schnell klar, wie sehr es an der Parteispitze einzig und alleine um den eigenen Machterhalt geht und alternative Meinungen und Lösungen erstickt werden. Unliebsame Parteimitglieder werden einfach kurzerhand ausgeschlossen, wenn der eigene Machtanspruch damit vorerst gesichert ist.

Kurz um: Die Bürger haben keinen Bock auf ihre Politiker!

Gut, es gibt Sympathieträger, aber zu wenige und bei manchem fragt man sich, wie solche Umfragewerte zustande kommen. Lösungen auf aktuelle Fragen bieten die wenigsten und Antworten bekommt man erst recht nicht. Jedenfalls nie auf die gestellten Fragen.

Da verwundert es mich nicht, wenn viele mit diesen Leuten nichts zu tun haben wollen. In einem unternehmen würde ich auch niemanden einstellen wollen, dem ich nicht zutraue seine zukünftigen Aufgaben zu erledigen.

Und ganz Ehrlich: Politiker sind die Vertreter des Volkes. Also unsere Angestellten.

Aber ich wollte mich ja nicht ausgiebig über die vorhandene Parteien- und Politiklandschaft auslassen sondern eine Alternative formulieren.

Ich greife nochmals meinen ersten Gedanken auf. Jeder interessiert sich für Politik und will sie mitgestalten. Bisher fehlt jedem Bürger, der es nicht in die mittleren Ränge einer Partei geschafft hat, jede Möglichkeit dies zu tun.

Stellen wir uns eine Partei ohne Hierarchien vor. Jeder befindet sich auf der gleichen Ebene, und kommuniziert direkt mit allen Mitgliedern. Beschlüsse und Wahllisten werden öffentlich und vollkommen transparent debattiert und verabschiedet. Das klingt utopisch? Natürlich, aber es ist realisierbar!

Eine Partei gegründet und organisiert unter Zuhilfenahme moderner Web 2.0 Technologien unterscheidet sich von den gängigen Social Networking Diensten lediglich durch die konkrete Zielsetzung und ein Mindestmaß an vorgeschriebenen Formalismen.

Sitzungsprotokolle, Beschlüsse, Satzung, etc. können durch Wikis schnell, leicht und transparent veröffentlicht und geändert werden.

Sitzungen und Parteitage durch Webmeetings ersetzt oder ergänzt werden. Die nötige Videoaufzeichnung kann auch gleich Live im Internet gesehen werden.

Wahlen können über Voting- und Rankingservices abgehalten werden.

Im Prinzip würde alleine dies schon eine direkte Einbeziehung und Beteiligung der Bürger ermöglichen, und vieleicht auch wieder Menschen zur Wahl bewegen.



Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: