Bindermichi

Photography, Cars & Technology

Angespielt: Runes of Magic

Runes Of Magic

By on 19. April 2009

Auf dem Markt der Online Rollenspiele hat sich in den letzten Jahren jede Menge getan. Täglich gehen neue Spiele an den Start während andere wieder eingestampft werden. An die Abonnentenzahlen des “Marktführers” WoW kommt derzeit, aus mir völlig unverständlichen Gründen, immer noch niemand heran. Eve Online erweitert weiter kräftig das bereits jetzt schon riesige und einheitliche Universum und auf dem Markt der Play for Free Fraktion tummeln sich mitunter zweifelhafte Kreationen.

Jetzt ganz neu dabei: Runes of Magic

Auf der “optionales” 9,95€ Verkaufsverpackung gibt es den üblichen “Epische Story” blahblah, gepaart mit dem Versprechen, das Spielt sei kostenlos. Das stimmt so auch. Den Client kann man sich völlig kostenfrei herunterladen ohne die 9,95€ auf den Tisch legen zu müssen. In der Packung befindet sowieso nur die DVD eine unnütze Karte und ein Code für ein “niedliches” in Game Pet. Wie bei MMO Pets üblich, bringt es dem Spieler rein garnichts eines zu besitzen.

Ich hatte mich für die Billigheimer Variante des kostenlosen Downloads entschieden… und so etwas dauert. Der Installations-Client ist lediglich knappe 400KB groß, und lädt alle benötigten Dateien herunter. Sollte er jedenfalls. Ich bin in den letzten Jahren einfach zu sehr von GuildWars verwöhnt worden.

Nachdem, nach knappen 6 Stunden, die ersten 3,4GB auf meiner Festplatte waren, begann die eigentliche Installation. Eine Stunde später konnte ich den Client das erste mal starten… und weitere Patches laden.

Insgesamt war die Installation nach schlappen 12 Stunden vollständig und ich legte mich erst einmal aufs Ohr (war schon sehr spät).

Der nächste Tag. Bei starten von Runes of Magic wurde ich erneut auf verfügbare Patches hingewiesen. Also wieder 90 Minuten warten.

Endlich konnte ich das Programm starten und meinen Charakter anlegen. Von ein paar WoW spielenden Freunden wurde mir von den Gestaltungsmöglichkeiten der Avatare vorgeschwärmt. Naja… also bei jeweils 4-10 Optionen für jede Körperzone stellen sich bei mir, als ehemaliger Everquest I & II Spieler, nicht wirklich Glücksgefühle ein. Bei der grafischen Darbietung drängt sich mir sofort ein: “Aha, ne Korea Portierung” auf.

Die Anime/Manga-lastige Körpergrafik passt mal so gar nicht zum gebotenen Mittelalter Thema. Dafür ist die aktuelle Osterdekoration schön hübsch bunt und kitschig.

Aber zum Spiel. Erfreulich ist, das selbst bei voll aufgedrehten Grafikoptionen, das Spiel immer noch flüssig läuft. Noch so ein Merkmal, das auf eine ältere Konstruktion deutet. Die optische Qualität Spiellandschaft erinnert mich stark an Everquest… Everquest I wohlgemerkt, nur mit mehr Grasbüscheln. Der Kompass oben, rechts erinnert sehr stark an WoW (auch wenn die das Ding nicht erfunden haben), nur die Karte darin dreht sich nicht.

Die HUD Grafiken skalieren nicht. Der Screenshot oben wurde bei einer Auflösung von 1920×1200 gemacht. Bei näherer Betrachtung werden, bei dieser Auflösung, die Texturen sehr grob und matschig.

Die Steuerung ist OK, wenn auch nicht sehr präzise. Richtig nervig ist es in einer Menge (mehr als 3 Avatare) einen Spieler oder NPC auszuwählen. Sollte sich ein weiterer Avatar dazwischen befinden ist dies unmöglich, wenn man sich nicht soweit drehen kann bis die Sicht auf den Gesprächspartner frei ist, ihn auszuwählen.

Auch sonst ist das Spiel in Siedlungen, vor allem durch die große Beschriftung, sehr unübersichtlich. Da hilft das Questlog und die Karte schon sehr.

In GuildWars fand ich das Reisen zu bereits besuchten Stützpunkten schon sehr praktisch. Einfach die Karte Öffnen, Ziel auswählen und fertig. Runes of Magic geht hier noch einen Schritt weiter.

Wenn ich im Questlog oder auf der Karte auf einen Namen oder Symbol klicke kann ich per “Autorun” direkt dorthin laufen. Vorausgesetzt, ich habe den Ort/Person bereits besucht. Der Character nimmt dabei den nicht immer nachvollziehbaren, kürzesten Weg. Also auch mal quer durch eine Gegnerhorde.

Was die Quests angeht gibt es eine langweilige Mischung aus “Bring mir”, “Töte”, “Laufe” Quests. Bis jetzt sind mir nur zwei Story Quests aufgefallen, allerdings beschränkten diese sich auf “Gehe zu”… und “wieder zurück”. Die Langeweile setzt sich beim Kampfsystem fort. Mir ist bis jetzt nicht klar, wann ein MOB jetzt angreift oder nicht. Es kann absolut vorkommen, das man direkt neben einem roten MOB steht, während ein weiterer durch den halben Wald auf einen zugerannt kommt um anzugreifen. Ausserdem fehlt teilweise wirklich die Übersicht.

Der Soundtack hilft nicht wirklich, die Orientierungslosigkeit zu beseitigen. Denn dieser beginnt und verstummt nach keinem erkennbaren Muster, und eine Angriffsmelodie konnte ich auch noch nicht ausmachen.

Es gibt zwar netterweise die Einblendungen “Kampfbeginn” und “Kampfende”, aber von wo der Angriff jetzt schon wieder herkommt, darf der Spieler mal wieder erraten. Wie in diesem netten Screenshot, in dem ich ca. 2m über dem Boden schwebe (keine Spezialfähigkeit) während ich von einem Gnom angegriffen werde (war wohl ein sehr großes Exemplar).

Nach ein paar billigen Zaubern war der Gnom entfernt und nach ein paar Schritten befand ich mich wieder auf dem Boden.

Vor allem solche Bugs sollten in einem Spiel, das so alt aussieht nicht mehr vorkommen.

Ein weiteres Beispiel für “Häh?” ist das beenden des Spiels.

In der unteren, rechten Ecke befindet sich eine Icon Sammlung. Als Erfahrener Spieler erkennt man gleich: “Aha! Optionen, Inventar, Questlog und Karte”.

Soweit, so richtig. Wenden wir uns also den Optionen zu. Erfreulich ist das vorhandene “Monster Kompendium” dieses listet nicht nur alle Kreaturen auf, sondern zeigt netterweise auch an, wo diese zu finden sind. Styling- und Item-Shop sind der Kostenpflichtige Teil des “kostenlosen” Spiels. Wenn ich von dort etwas haben will, benötige ich Diamanten, welche entweder gegen Bares oder dubiose High Level Quests erstanden werden können.

Mit System gelange ich in das System Menü, das auf dem folgendem Screen zu sehen ist. Wenn ich allerdings auf Verlassen drücke, um das Spiel zu verlassen, passiert… nichts.

Das Spiel lässt sich ausschließlich über das System Menü beenden.

Nun, ich muss zugeben, dass ich in den zwei Tagen, in denen ich Gespielt habe nicht so weit gekommen bin. Aber mir fehlt auch die Motivation überhaupt weiter zu spielen. Die Präsentation ist so extrem veraltet, die Steuerung und das Kampfsystem nerven tierisch, was dem aber noch die Krone aufsetzt ist das Klassen und Crafting System. Gut Sekundärklassen bin ich von anderen Spielen gewohnt und finde ich super. Aber das ich jetzt nicht nur einen Beruf leveln muss, sonder gleich mal sechs (6), und das nicht nur beim Sammeln, sondern auch beim Handwerk lässt meine Motivation zum Grinden doch sehr schnell absinken.

Mal ein Beispiel. Mit Level 6 in Holzfällen kann ich genau zwei Sorten Bäume fällen, diese geben mir je Versuch 2-2,7% Levelsteigerung. Um einen schwereren Baum zu fällen, benötige ich schon Level 8, das ganze kann also dauern. Gleichzeitig muss ich die Bäume als Schreiner verarbeiten, kann das aber nur mit einer der Sorten, die ich fällen kann, bis ich einen gewissen Level beim Schreinern erworben habe. Da gleiche gilt für Kräuter, Bergbau, Alchemie, Schneidern, Schmieden, Rüstungsbau, Kochen, …

Wie gesagt. ich kann sechs Berufe lernen, von denen ich einen bis zum Meister bringen kann. Menschenskinder, und ich fand das ursprüngliche Berufssystem in Everquest II schon zu kompliziert.

Was taugt Runes Of Magic jetzt insgesamt?

Für alle, die kein Geld ausgeben wollen und keine allzugroßen Ansprüche an Präsentation und Spielfluß haben ist es auf jeden Fall einen oder zwei Blicke wert. Alle anderen sollten sich das Spiel allenfalls als abschreckendes Beispiel abhaken und schnellstmöglich vergessen.



5 comments on “Angespielt: Runes of Magic

  1. Genau! Ich hab Everquest I und II nur vom hören sagen jeweils ein Jahr lang gespielt :)(steht alles unter „Pages“ und „Exx“)Für mich gibt es allerdings schon in der Frühen Phase keinen wirklich Anreiz weiter zu spielen. In die nächste Zone kann, sinnvoll, ich erst, wenn ich alle Handwerks und Berufsskill in meiner aktuellen Zone ausgereizt habe. Finde ich persönlich sehr nervig, da ich vom Character-Lever her schon hier kaum genug Exprience Punkte sammeln kann.

  2. man merkt das Du Runes of Magic wirklich nicht lange gespielt hast. Es scheint sogar das Du Dich im Allgemeinen mit MMOs nicht wirklich auskennst. Anscheinend kennst Du auch Everquest 1 wohl eher nur vom „hören sagen“. Die Story-Quests in Runes of Magic sind teilweise tiefgreifender wie in EQ2.

  3. man merkt das Du Runes of Magic wirklich nicht lange gespielt hast. Es scheint sogar das Du Dich im Allgemeinen mit MMOs nicht wirklich auskennst. Anscheinend kennst Du auch Everquest 1 wohl eher nur vom „hören sagen“. Die Story-Quests in Runes of Magic sind teilweise tiefgreifender wie in EQ2.

  4. Genau! Ich hab Everquest I und II nur vom hören sagen jeweils ein Jahr lang gespielt :)(steht alles unter „Pages“ und „Exx“)Für mich gibt es allerdings schon in der Frühen Phase keinen wirklich Anreiz weiter zu spielen. In die nächste Zone kann, sinnvoll, ich erst, wenn ich alle Handwerks und Berufsskill in meiner aktuellen Zone ausgereizt habe. Finde ich persönlich sehr nervig, da ich vom Character-Lever her schon hier kaum genug Exprience Punkte sammeln kann.

  5. Meine Frau und ich spielen das Spiel sehr gerne. Wir sind aber keine Spielefanatiker wie Du wohl einer bist. Bleib auf dem Teppich und lass uns (meiner Frau und mir) das Vergnügen.

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