2012_Citroen_DS5_White

Citroen DS5 2.0 HDI 160 FAUBOURG ADDICT

MOTOR  Manuell / Automatik
Hubraum (cm³) 1997
Maximale Leistung in kW (PS) 120 (163)
Maximales Drehmoment in Nm / m.kg 340
Kraftstoffart Diesel (CZ 51)
VERBRAUCH (l/100km)
innerorts (l/100km) 5.9 / 7.9
außerorts (l/100km) 4.1 / 5.1
kombiniert (l/100km) 4.8 / 6.1
CO²-Emission (g/km) 125 / 158
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 215 / 212
0-10 (Sek.) 8.8 / 10.1

Für einen grösseren Familienausflug musste mal wieder ein Mietwagen beschafft werden. Vor ein paar Monaten gab es von Hertz einen Citroen DS5 für zwei Tage und diesmal “durfte” ich mich eine ganze Woche mit dem Fahrzeug beschäftigen.

Letztes Mal ging es nur auf einer 2 Stunden langen Strecke in die Berge, diesmal standen zwei Etappen von 500 und 200 Kilometer hin und wieder zurück an. Also ausgiebig Zeit, die Vorzüge des aktuell grössten Franzosen zu geniessen.

Auf der Bergtour empfand ich nach der Fahrt eine leichte Verspannung im Rücken, konnte aber nicht ganz zuordnen, woher diese stammte. Inzwischen habe ich da so einen Verdacht:

2012_Citroen_DS5_Interior

Die Zeichnung ist nicht ganz akkurat. Das Lenkrad ist tatsächliche mehrere Zentimeter zu weit rechts platziert und alles andere als mittig über dem Sitz. Das führt, selbst bei optimal eingestellten Sitzen, dazu, das der Fahrer ständig mit leicht verdrehtem Oberkörper hinter dem Steuer sitzt. Für einen Langstreckengleiter, wie den DS5 einfach untragbar, da dies schon nach relativ kurzer Fahrzeit zu spüren ist. Ich hatte so meine Mühe auf der langen Strecke eine angenehme Sitzposition zu finden, die sich länger aushalten lies.

Alles halb so schlimm, wenn es noch einen Citroen mit Hydropneumatik geben würde. Der DS5 hätte diese sehr nötig, denn das Fahrwerk poltert nur so über unebene Strassen, auf denen sich, in diesem Wagen, leichte Wellen mit Leichtigkeit finden lassen. Sportlichkeit hin oder her, aber ein Fahrgefühl wie im Kleintransporter ist hier einfach fehl am Platz. Ebenfalls sehr unangenehm fällt die Übersicht auf. Nach hinten gibt es zum Glück eine Kamera, sonst wäre der Wagen nicht einzuparken, nach vorne helfen leider nur grobes Schätzen und die Parksensoren. Nach Gefühl bleibt jedenfalls fast noch ein halber Meter Platz wenn man von den Kanten nichts mehr sieht. Nach vorne-links ist die Sicht zusätzlich noch durch die beiden Streben der A-Säule erschwert, da die Windschutzscheibe sehr weit nach vorne gezogen ist.

Das führt zu sehr komplizierten Situationen in Parkhäusern, Mautstationen, … und im meinem Fall einer ausreichend grossen Gasse am Zoll, die beim fahren einfach nicht ausreichend gut zu sehen waren. Schranken fuhr ich bevorzugt mit offenem Seitenfester an, damit ich zur Not noch aus dem Fenster heraus den Seitenabstand sehen konnte.

Wer konstruiert so ein Auto?

Aber weiter mit der Fahrt. Die Topausstattung Faubourg Addict (ca. 45’300 CHF), die uns Hertz hier zur Verfügung gestellt hatte enthält alle möglichen Helferlein, und es gibt lediglich grössere 19″ Alufelgen und mitlenkende Bi-Xenon Scheinwerfer gegen Aufpreis. Die 6-Gang Automatik schien zeitweise ein wenig überfordert, und, mit einem Blick auf das Datenblatt, alles andere als noch Zeitgemäss. Ebenso wie die fehlende Start-Stopp Automatik beim Automatischen Getriebe.

Immerhin war die Abweichung gegenüber dem reellen Verbrauch dadurch nicht sonderlich gross. Lauf Bordcomputer lag der durchschnittliche Verbrauch bei 6.9 Liter/100km und somit nur 0.8l über den Herstellerangaben. Da die Strecken zum grössten Teil mit 110 bzw. 130 auf Tempomat im 6. Gang gefahren wurden bezweifle ich allerdings, das ein niedrigerer Verbrauch mit manuellem Getriebe überhaupt möglich gewesen wäre.

Das Navigationssystem ist in dieser Ausstattungslinie serienmässig. Ebenso wie die Bluetooth Freisprecheinrichtung. Letzteres lies sich ohne Probleme mit meinem iPhone verbinden. Das Navigationssystem ist allerdings ein wenig eigen. Strassennamen werden in der Eingabe zuerst nicht erkannt, sind aber vorhanden wenn danach einfach stur mit OK bestätigt wird. Allerdings funktionierte das dann auch nicht immer. Das ganze Eingabesystem ist teilweise recht langsam und es kann passieren, dass man einige Sekunden warten muss, bis man den nächsten Buchstaben auswählen kann. Die Routenführen wird dann gleich auf dem grossen Display in der Mitte, dem kleinen Display vorne-rechts und dem Head-Up Display mit jeweils unterschiedlichen Informationen angezeigt. Das ist dann manchmal sehr verwirrend. In keiner der Ansichten gibt es eine konsistente Information, auf welcher Spur ich mich einsortieren muss. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Killerfeature, aber sogar in den meisten Telefonen vorhanden.

Kleine Probleme an diesem Fahrzeug:

Beim Entriegeln über die Fernbedienung waren alle Türen zu öffnen, nur die Beifahrertür konnte in 8 von 10 Fällen nicht von aussen geöffnet werden. Ein betätigen des Entriegelungsschalter im Innenraum war hier ebenfalls wirkungslos. Die Tür lies sich dann nur über den Türgriff im Innenraum öffnen.

Fazit:

Als bequemen Langstrecken Wagen disqualifizierten den DS5 das unglaublich unkomfortable Fahrwerk und die unangenehme Sitzposition durch das verschobene Lenkrad. Dafür bietet er Platz genug für eine Familie und ist relativ preisgünstig. Empfehlen kann ich ihn wegen der veralteten und teils überforderten Automatik und des Verbrauchs eher nicht.

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